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Die Arbeiten von Anke Mila Menck sind von puristischer Einfachheit, Klarheit und in sich
ruhender Abgeschlossenheit gekennzeichnet. Die favorisierten Materialien ihrer Skulpturen
sind mehrfach lackierte MDF-Platten oder auch Lego-Steine, deren nahezu perfekte Oberflächen
die Objekte mit einem schimmernden Glanz überziehen. Sie irritieren den Betrachter durch ihre
Hermetik, die auf einen tieferen Sinn zu verweisen scheinen, ohne ihn zu offenbaren. Mencks
formale Sprache ist leise, zurückhaltend. Ihr geht es nicht um Effekte, sondern um eine zuweilen
majestätisch-würdevolle Präsenz der Objekte. Dabei verhalten sie sich äußerst widerständig
gegenüber einer Kategorisierung oder Entschlüsselung, wie etwa die Arbeit „Twin“, ein aus
konzentrischen Holzringen aufgebauter und rosa lackierter Doppeltrichter, der die Betrachter
mit einer raumfüllenden Geste konfrontiert.
Der hochgradigen formalen Reduktion und handwerklichen Präzision steht jedoch auf inhaltlicher
Ebene eine spielerische, oft augenzwinkernde Leichtigkeit gegenüber. Dies zeigt sich an
Arbeiten wie „Chanson des Jumelles“, einer Wand aus über 20.000 schwarzen LEGO-Steinen,
die Kasimir Malewitschs Schwarzes Quadrat von 1915 zitiert. Den todernsten Anspruch des
Suprematismus, in dem die gesamte Kunstgeschichte ikonisch verdichtet zu Grabe getragen
wurde, unterläuft Menck durch die Verwendung eines trivialen, in der Sphäre kindlicher Spielfreude
beheimateten Materials. Die Betrachter spiegeln sich in der übermannshohen Fläche,
die den Durchgang versperrt. Ebenso ist die Deutung ihnen selber überlassen.
Dr. Marc Wellmann